Tag 4: Durch Schnee gesund und glücklich ins Ziel!

Die Königsetappe ist geschafft – über nochmal sehr steile Anstiege und durch Schneefelder ging es über wieder echt schöne 44 Kilometer für uns gesund – und glücklich – ins Ziel.

Mehr von uns später… Gute Nacht! 🙂

Nun vom Flughafen in München am Sonntagmittag (McDonalds-WLAN sei Dank…) auch das Update/die Lang-Version vom gestrigen Tag:

Am vierten Tag wartete die Königsetappe auf uns: Über 44 Kilometer und 2850 Höhenmeter ging es ins Ziel nach Samnaun in der Schweiz. Aber nicht nur von der Distanz und den Höhenmetern war es die Königsetappe, auch landschaftlich war es einfach nochmal eine Krönung.

Die Etappe begann direkt mit einem sehr langen und harten Anstieg. Anfangs war dieser für mich noch ein wenig laufbar, dann später sind wir in schnelles Walking bzw. „wie komme ich jetzt überhaupt den steilen Skihang hoch ohne zu großes Risiko, dass die Bein-Muskeln komplett zu machen“ gewechselt. Oben bei 2500 Höhenmeter ging es dann zwar auch nochmal wieder bis auf knapp auf 1800 Meter runter, aber insgesamt sind wir ca. 20 Kilometer über der 2000 Meter-Höhenlinie unterwegs gewesen. Über schmale Pfade, durch Bäche, Schneefelder und über Kuhwiesen ging es durch die Berge bis zum höchsten Punkt des Tages – der Ochsenscharte.
Auch wenn wir viel durch die/in den Wolken gelaufen sind, so gab es immer wieder traumhafte Ausblicke.

Oben auf der Ochsenscharte standen einige vom Team und der Streckenchef von Vivalpine mit Kuhglocken zur Motivation. Von dort begann dann unser Ab“stieg“, bzw. unser Ab“rutsch“, denn anfangs lag dort auch noch Schnee – und Skifahren den Berg runter kann auch ohne Ski viel Spaß machen. 🙂

Die nächsten 5 Kilometer waren schöne, größtenteils recht gut laufbare Trailkilometer, bevor es dann ziemlich steil über Forstwege weiter nach unten ging. Nach den vier Tagen tat das Bergab-Laufen nun aber fast mehr weh als die Aufstiege… Die letzten acht Kilometer nach der letzten Verpflegungsstation waren größtenteils flach und da haben mir – im Gegensatz zu einigen anderen Mitläufern, die sich dort dann überholen ließen – die kleinen zwischenzeitlichen Anstiege auch nochmal Spaß gemacht. Auch ein schönes Gefühl, auf den letzten Kilometern nicht wieder von den spanischen Downhill-Spezialisten von hinten „überrollt“ zu werden. 🙂
Die letzten 3 Kilometer bin ich dann ganz locker zusammen mit Andreas gelaufen und wir haben uns nochmal gegenseitig motiviert. Wir stellten fest, dass im Vergleich zu normalen (dann teilweise sogar deutlich schnelleren) Trainingsläufen drei Kilometer dann doch plötzlich sehr lang werden können.

Glücklich – und gesund (denn der Kopf war die ganze Zeit komplett schmerzfrei) – habe ich dann in etwas über 6:15 das Ziel erreicht. Während ich auf Heiko gewartet habe, durfte ich die Energiespeicher beim klasse Catering vom Samnauner Tourismusverband mit selbstgebackenem Kuchen, Obst, Pizza, Wurst, Käse, Brot, … wieder auffüllen.
Da bin ich den Trainingstipps vom sehr sympathischen Gesamtsieger Philipp Reiter (RESPEKT, herzlichste Glückwünsche und Danke…) gefolgt: Der Körper braucht nicht nur die Energiemenge, die er in den Bergen verbraucht hat, sondern ungefähr nochmal soviel zur Regeneration. I’ve done my very best – auch heute morgen am Tag danach beim Riesen-Frühstücksbuffet im Wellness-Hotel. 🙂

In der Gesamtwertung habe ich mich sogar noch einen Platz nach vorne „gekämpft“ – aber lieber hätte ich den netten Alpinrunner Michi, den ich schon von der zweiten Etappe kannte, erfolgreich motiviert, ein wenig zu beißen und mit mir mitzulaufen, als ich ihn ca. 10 Kilometer vor dem Ziel eingeholt hatte… Denn auch wenn es auch um Platzierungen und das Gesamtranking geht, so ist sogar schon in unserem „ambitionierteren“ Bereich der Top20 die (fast konkurrenzlose) Gemeinschaft wirklich einfach total klasse.

Total klasse auch die Pasta- und Abschlussparty im Festzelt in Samnaun, da die Hütte oben auf dem Berg, wo die Party letztes Jahr stattfand, gerade renoviert/erweitert wird.
Los ging es mit urtümlicher Musik und dann zum großen Büffet mit Suppen, Reis/Nudeln mit div. Saucen, Salaten, verschiedensten Kuchen und Nachtischen. Wie schrieb ein Laufkollege vor den 4-Trails so schön: Etappenläufe = Run, Eat and Sleep. (Naja, fast: Denn mit den Blogberichten waren wir ja auch fast immer tagesaktuell…) Und ein/zwei Bierchen gab es natürlich auch. 🙂

Nach der Siegerehrung gab es die Finisher-Shirts und nochmals die Bilder und das Video des Tages. Aber das, was wir diese Tage erlebt haben, ist auch in unzähligen klasse Fotos nicht auszudrücken.
Auch der Dank ist eigentlich nicht in Worte zu fassen: Danke an die vielen netten Menschen vom Orga-Team/Plan-B/Physios/Rescues/…, Danke für die freundschaftlichen Begegnungen – und die wirklich klasse Ausstattung mit TOP-Material von Pearl Izumi und O-Motion (mehr dazu später).

Wahnsinn – der Muskelkater wird vergehen, die Wunden verheilen/Haare nachwachsen – aber diese Tage werden wir wohl nie vergessen…

4 thoughts on “Tag 4: Durch Schnee gesund und glücklich ins Ziel!

  1. Hallo ihr beiden Trail-Helden,
    ihr seid der Hammer. Herzlichen Glückwunsch zu dieser außergewöhnlichen Leistung. Klasse gemacht 🙂
    Bis bald im Wald
    Frank

  2. Markus

    Hi Jungs,
    nochmal allen Respekt. Jens, ich hoffe du hast meine Email bekommen. Tut mir echt leid, euch nicht mehr getroffen zu haben. Aber man kann alles nachholen. Spätestens aber nächstes Jahr 😉
    Und Frank, dich will ich dann auch wieder sehen.

    Wer Rückenwind hat, der läuft zu langsam!!
    Schönen Tag noch
    Markus

  3. Ich blicke zurück auf 4(+2) wundervolle Tage.
    Wir haben viel erlebt. Das Laufen in den Alpen ist eine Herausforderung, die ich völlig unterschätzt habe. Es werden Fähigkeiten abverlangt wie Bergauf-GEHEN!, Trittsicherheit auch in luftiger Höhe, Dauerbelastungen von bis zu 9 Stunden am Tag.
    Ich habe festgestellt, es gibt viele Möglichkeiten so ein Rennen zu beenden. Nicht immer ist es das Überqueren der Ziellinie und nicht immer die fehlende Ausdauer.
    „Wer nicht kotzt, läuft nicht am Limit“. Ja, auch diesen Spruch kenne ich. Nur dachte ich bisher, man müsste besonders schnell laufen um diesen Punkt zu erreichen. Nein, WIR mussten nicht kotzen.
    Wer Berge laufen will, muss in den Bergen trainieren! Und zwar so oft wie möglich. Sonst wird man auch als einigermaßen schneller Flachland-Marathonläufer schnell in seine Schranken gewiesen.
    Wir haben viele nette Menschen kennengelernt. Die Natur (unser „Garten“) war überwältigend, wenn auch die Trails auch höchst anspruchsvoll und nicht immer ungefährlich waren.
    Das Wetter hat trotz der furchterregenden Vorhersagen mitgespielt.
    Klar habe ich mir unterwegs tausendmal gesagt „NIE WIEDER“. Aber der Schmerz ist schon vergessen und die fantastischen Eindrücke bleiben. Ich möchte das Erlebte nicht missen.
    Wir sind beide gesund zurück. Das war das Primärziel unseres „Abenteuers“.
    … to be continued?

  4. War ein gewaltiges Event! Habe mich geistig eh schon wieder für nächstes Jahr angemeldet… 🙂

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