Mein Nachtlauf und was wirklich daraus geworden ist…

Eigentlich sollte es letzten Samstag auf Sonntag ein Stirnlampen-Pfingst-Nachtlauf werden. Ein Abenteuer, eine riesengroße Aktion….großspurig hatte ich den Lauf angekündigt, wollte mitten in der Nacht aufstehen und losrennen und schon vor der Sonne laut „Erster“ schreien……..“Du alte Angeberin“ denke ich mir gerade…..und was ist daraus geworden??? Heiße Luft versprühen……ja, ja, den Wecker hatte ich mir noch gestellt, aber das Schlafdefizit der freitäglichen Geburtstagssause bei meiner Freundin löste bei mir in der Nacht plötzlich heftige Laufunlust aus und mit großer Motivation drehte ich mich wieder auf die rechte Seite und rückte das weiche Kopfkissen in eine möglichst bequeme Position……

Aber weil man den Tag nicht vor dem Abend verfluchen soll und welches Bergabenteuer wir noch an diesem Samstag erlebt haben, spule ich noch mal um eine Woche zurück. Es ist wieder Samstag 10. Juni:

Um 8:00 sitzen wir in voller Ausrüstung im Auto in Richtung Wallgau. Ausgeschlafen haben Peter und ich uns für eine Ersatztour zum Krottenkopf im Estergebirge entschieden. Der Tag sollte nicht ungenutzt bleiben und das Wetter schien gut zu werden.

Nun unser Streckenbeschrieb, der mit jeder angeberischen Nachtlaufaktion konkurrieren kann: J

Los geht’s in Wallgau Parkplatz „Haus des Gastes“, von hier aus folgt man dem Schild in Richtung „Krottenkopf“ über die „Wallgauer Alm“. Folgt nicht der Fahrstraße, sondern nehmt immer den Wanderpfad, der die Fahrstraße ab und zu kreuzt,  dies ist ein schöner Trail mit Naturstufen, steinigem Untergrund und  kleinen Rinnen. Sehr abwechslungsreich. Unterwegs hat man immer wieder tolle Ausblicke auf den Walchensee, es lohnt sich also in regelmäßigen Abständen Pause zu machen. An der Wallgauer Alm vorbei geht es weiter über einen schmalen Wuzeltrail relativ flach und wellig bis zur Krüner Alm. Seid aber vorsichtig, dieser Weg hat es in sich, er verleitet zum schnellen Laufen. Flotte Läufer können hier schnell Fahrt aufnehmen, aber auch genauso schnell zu Fall kommen, wenn man sich zu sehr dem Rausch hingibt. Weiter geht es durch steinige Wiesenlandschaften, die sich easy laufen lassen, hier hatte ich aber aufgrund diffuser Lichtverhältnisse meine üblichen Sichtprobleme, die mich hin und wieder etwas unsanft aufkommen ließen……ups, da war also doch ein Stein, der etwas höher raus stand, ich hatte ihn doch flacher in Erinnerung.  Zum Ende hin zieht sich der Krüner Steig hoch zum Panoramaweg, der direkt zur Weilheimer Hütte führt, die immer in Sichtweite ist. Unweigerlich merkt man die Höhe von fast 1940 m, aber der Weg lässt sich super laufen und ist kurzweilig, weil sehr abwechslungsreich. Bei gutem Wetter trifft man hier auf viele Wanderer, man ist halt nicht alleine in den Bergen. Zu unserer Freude trafen wir sogar zwei Bergläufer, die sich auf einen bevorstehenden Wettkampf vorbereiteten.

An der Weilheimer Hütte angekommen tauschen wir uns noch kurz mit den Kollegen aus und zogen dann hoch zum Krottenkopf, der ohne Schwierigkeiten zu laufen ist, wenn man seinen Rhythmus findet. Zumindest hatte ich keine Probleme, habe mich selbst gewundert, dass es noch so gut ging. Oben angekommen hat man einen super Ausblick in die umliegende Bergwelt des Estergebirges auf ca. 2086 m.  Es lohnt sich also die paar Meter von der Weilheimer Hütte aufzusteigen. Der Weg runter führt durchs schöne Finzbachtal über einen schnellen breiteren Geröll-Trail. Hier kam man ordentlich Gas geben. Uns hat es viel Spaß gemacht, flotten Schrittes über die kleinen Steine hinweg zu fetzen. Zum Ende der Tour geht es dann mit Speed durch einen bissigen Wald-Wurzeltrail runter durch die Finzbachklamm in Richtung Wallgau.  Links, rechts, links, rechts, steile Kurven und eng gesteckte Bäume, hier bricht formlich die Hölle los und fordert Trailrunners´ Reaktion heraus, dieser Track bietet Action und Fun für einen wilden Ausklang und treibt noch mal den Puls hoch.

Kurz vor dem Parkplatz beruhigt sich der Weg wieder, er wandelt sich in einen zahmen, flachen Schotterweg, der auch unseren Blutdruck wieder fallen ließ und uns als Jogger im lockeren Tempo wieder zurück zum Auto führte, als ob nix gewesen wäre.

 

 

 

 

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