Tag 3: Verletzungspech – aber alles gut ge“gangen“

Die dritte Etappe haben sie uns beim Briefing als „Erholungsetappe“ verkauft, denn es waren ja nur etwas über 30 Kilometer (die Route wurde erneut leicht modifiziert – wegen Gewittergefahr oben auf dem Berg) und ca. 1800 Höhenmeter.

Mir kam die Etappe sehr entgegen: ein langer Anstieg vom Startort (800Hm) bis auf ca. 2400/2500 Höhenmeter und viele Passagen auf Forstwegen, die trotz Steigung gut laufbar waren. Ich habe im leichten Regen schnell meinen Rhythmus gefunden und mit zwei sehr netten anderen Läufern (Marco, der schon mehrere Transalpines gemacht hat und dem amtierenden Allgäuer Marathonmeister Steffen (die sich übrigens noch gegenseitig richtig schnell bis ins Ziel ge“schoben“/motiviert haben – allerdings heute nicht so gut drauf, sonst wäre er da schon weiter vorne gewesen) sind wir zügig den Berg hoch.

Leider hat es mich dann bei Kilometer 15 erwischt: 100 Meter nachdem ich einen Bergtrupp vom Rescue-Team passiert hatte, bin ich über einen Stein gestolpert und nach einem kurzen Sturzflug leider arg unsanft mit Hand, Schulter und Kopf auf anderen Steinen gelandet. Die Sanitäter haben mich aber schnell wieder „auf die Beine“ gebracht, die Wunde verbunden und da die Wahl zwischen „Krankenhausessen“ oder die Verpflegung von Plan-B/High5 keine wirkliche Frage darstellte ging es für mich – LANGSAM – weiter den Berg runter Richtung Zielort. Schade – dabei war ich heute so gut dabei und sogar die führenden Frauen haben mich erst nach der ganzen Zwangspause dort oben überholt.

Aber dann konnte ich noch mehr die Aussicht dort genießen – bin bei Erdnüssen, Kuchen und Banane locker weitergelaufen, da es mir sonst auch sehr gut ging. Und das wirklich einmalige Rescue-Team hatte mich gut „gecheckt“ und mit wichtigen Notfall-/Vorsichtshinweisen gebrieft. Weiter ging es – traumhafte Ausblicke über den/durch teilweise aufgerissene Wolken, über schöne Trails/Bergpfade – dann allerdings auch nochmal 10 Kilometer bergab, die trotz reduziertem Tempo nicht so wirklich Spaß gemacht haben.

Im Ziel begrüßt mit: „Herzlich Willkommen im Ziel, Jens Meyer – motivatedbynature.eu. Oh, was ist ihm denn passiert? Naja, Uli Hoeness hat ja auch nach seiner Kopfverletzung ein Kopfballtor gemacht.“ Vielen Dank für die Aufmunterung. 🙂 Das Rescue-Team im Ziel hat nochmal die Wunde versorgt und mich dann zur Vorsicht zum Checkup und zum Nähen ins Krankenhaus geschickt. Netterweise hat mich dort spontan Rupert vom Tourismus-Verband Landeck hingefahren – der auch neben dieser Aktion mit seinem Team super aktiv war, um uns Läufern einen tollen Einlauf/Abend in Landeck zu bieten. Vielen herzlichen Dank dafür!!!
Im Krankenhaus habe ich das OK bekommen, dass nichts gebrochen/Schlimmeres passiert ist – und so sieht es wirklich schlimmer aus als es ist!!! Daher lasse ich mich auch gerne für mein Aussehen gerade auf den Arm nehmen.

Auch Heiko hat es heute erwischt und er ist in den Bergen richtig heftig umgeknickt. Nach einigen Minuten Pause und Durchatmen ging es für ihn dann aber doch noch gut weiter. Und wie immer voller Spaß und mit unzähligen Begegnungen mit anderen Läufern.

Leider ist Franky komplett ausgestiegen und heute nach Hause gefahren, nachdem er am ersten Tag Probleme mit Muskeln/Sehnen bekommen hat. Viele Grüße an Franky ins Schwabenländle – gut, dass Du diese Vernunftsentscheidung getroffen hast – auch wenn wir Dich sehr vermissen! Dafür gibt es aber auch gute Nachrichten: Markus hat die zweite Etappe wegen muskulärer Probleme ebenfalls wie Franky pausiert, war aber heute fit und voller Spaß auf den Trails unterwegs und im Ziel ging es ihm sehr gut! Klasse…

Nun sind wir nach Pasta-Party, Briefing und den Bildern des Tages schon wieder auf dem Weg ins Bett, da wir morgen wieder um 5:00 Uhr aufstehen müssen, um für die „Königsetappe“ morgen pünktlich um 7 Uhr starten zu können. Über 44,5 Kilometer und 2850 Höhenmeter geht es dann hoch – und wir laufen über zwanzig Kilometer oberhalb von 2000 Metern – teilweise durch Schneefelder. Aber das Wetter soll gut sein: 17 Grad in der Höhe (wenn wir denn endlich da oben sind…). Wir freuen uns auf die Etappe morgen! Und auch auf das Ziel und die Abschluss-Party…

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